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Landwirtschaftsprojekt (Gelesen: 359 mal)
08. November 2019 um 20:47

Thowi   Offline
Newbie
Cubalibre

Beiträge: 4
*
 
Hallo zusammen,

die Lebensmittelversorgung in Kuba ist offensichtlich nicht als perfekt zu bezeichnen. Obgleich nicht einmal die Hälfte der potenzellen landwirtschaftlichen Fläche bearbeitet wird, führt Kuba noch ¾ der Lebensmittel aus anderen Staaten ein. Gleichzeitig heißt es, daß Know How in der Landwirtschaft ausgezeichnet ist.

Die EU und Kuba gehen auf einander zu und gleichzeitig sucht Kuba Investoren um die Versorgungslage zu verbessern.

Deswegen habe ich mich entschlossen etwas zu tun.

Hier kommt Ihr ins Spiel! Da ich die Rahmenbedingungen nicht gut abschätzen kann, möchte ich zunächst eine Machbarkeitsstudie für einen Landwirtschaftsbetrieb erstellen.

Folgende Dinge möchte ich als erstes abklopfen:

Rechtsform
•      mögliche Rechtsformen in Kuba und deren steuerliche Behandlung aber auch Vorschriften zur Unternehmensführung sowie Buchhaltung und Bilanzierung

Produktionsmittel Boden
•      gibt es Übersichten über Lage, Größe, Bodenwert, Zustand, evtl. vorhandene Infrastruktur
•      übliche Konditionen der Überlassungsverträge

Kostenstruktur

•      Pacht (o.ä.)
•      Steuern & Abgaben
•      Pflichtabgabe % erzeugter Produkte
•      Löhne im Agrarsektor

Einschränkungen
•      Betriebsgröße
•      Import von Anlagen und Betriebsmitteln
•      Import von Produktionsmitteln
•      Arbeitsrecht

Ressourcenzugang / Infrastruktur

•      qualifiziertes Personal (Verfügbarkeit landesweit oder regionalspezifisch)
•      Wasser
•      Abwasser
•      Strom
•      Telekomunikation
•      Zugang zu veterinärärztlicher Versorgung

Markt
•      gibt es eine Auflistung staatlicher Ankaufpreise für Agrarprodukte

spezifische Risiken
•      bekannte nicht tarifäre Markteintrittsbarrieren
•      welche Möglichkeiten des Investitionsschutzes gibt es
•      Finanzierung (welche Erfahrungen habt Ihr gemacht)

Qualitätsanforderungen
•      Anforderungen der Aufsichtsbehörden an Agrarbetriebe (gegebenenfalls erforderliche Zertifizierungen)
•      Anforderungen und Voraussetzungen hinsichtlich Inverkehrbringens pflanzlicher Produkte
•      Anforderungen und Voraussetzungen hinsichtlich Viehhaltung, Schlachtung, Fleischverarbeitung sowie Inverkehrbringens von Fleisch- und Milcherzeugnissen

Tendenz dieser Faktoren.

Habt Ihr Tips oder Hinweise, wie ich am besten an diese Informationen komme?

Was wäre auch Eurer Sicht weiterhin zu beachten?

Vielen Dank schon mal vorab für jeden Hinweis.

Gruß Thowi
 
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Antwort #1 - 09. November 2019 um 08:08

r.bost   Offline
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I love YaBB 1G - SP1!

Beiträge: 100
***
 
Hallo Thowi,

wende Dich doch an die kubanische Botschaft. Frau Paz-Lago Email: oficom-berlin@botschaft-kuba.de. Telefon: (030) 44 73 70 81 sie ist verantwortlich für Wirtschaftsbeziehungen.

r.
 
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Antwort #2 - 09. November 2019 um 09:33

Esperanto   Offline
Administrator

Beiträge: 2634
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Kuba ist eines der letzten sozialistischen Länder und dabei wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Danach gibt es kein Privateigentum an Produktionsmitteln. Auch Grund und Boden ist diesem zuzurechnen.

War die Versorgung von Lebensmittel und anderen Waren des täglichen Bedarfs alleinige Sache des Staates, so gibt es seit 2010 im Dienstleistungssektor etliche Tätigkeiten wie Feuerzeugauffüller, Friseur, Schreiner, Installateur usw., gar Restaurants die auf eigene Rechnung (Cuenta propria) ausgeführt bzw. betrieben werden können.

Ende 2014 glaubte man, Kuba würde sich ausländischen Investoren öffnen. Zahlreiche ausländische Regierungsvertreter mit Investoren im Schlepptau kamen und gingen wieder. Mit dem Tiefseehafen wurde gar ein Hafen für den Freihandel geschaffen. Da die kubanischen Machthaber nichts von ihrer umfassenden Bevormundung abgeben wollen, wurde daraus nichts.

Bevor Du also Frau Paz-Lago Fragen stellst, solltest Du Dich mehr über die Gegebenheiten in Kubas interessieren, so wäre zunächst die Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung zu empfehlen. Der Titel: "In Kuba bleibt alles anders." Ist dieser Artikel zu lang und beantwortet nicht Deine Fragen, dann fang mit dem letzten Abschnitt: "Sozialismus 2030?" an.
 

Saludos Esperanto
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Antwort #3 - 10. November 2019 um 20:51

Thowi   Offline
Newbie
Cubalibre

Beiträge: 4
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r.bost schrieb am 09. November 2019 um 08:08:
Hallo Thowi,

wende Dich doch an die kubanische Botschaft. Frau Paz-Lago Email: oficom-berlin@botschaft-kuba.de. Telefon: (030) 44 73 70 81 sie ist verantwortlich für Wirtschaftsbeziehungen.

r.


Vielen Dank!

Ich werde dann zunächst noch der Empfehlung von Esperanto folgen und (falls ich nicht vollkommen demotiviert bin) in Berlin anrufen.

Ich halte Euch auf dem laufenden. Falls jemand noch weitergehende Hinweise hat, freue ich mich darauf!

Gruß Thowi
 
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Antwort #4 - 12. November 2019 um 20:50

Thowi   Offline
Newbie
Cubalibre

Beiträge: 4
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Esperanto schrieb am 09. November 2019 um 09:33:
Bevor Du also Frau Paz-Lago Fragen stellst, solltest Du Dich mehr über die Gegebenheiten in Kubas interessieren, so wäre zunächst die Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung zu empfehlen. Der Titel: "In Kuba bleibt alles anders." Ist dieser Artikel zu lang und beantwortet nicht Deine Fragen, dann fang mit dem letzten Abschnitt: "Sozialismus 2030?" an.


Hi,

vielen Dank für diesen interesanten Hinweis.

Es ergab sich für mich gleich noch eine Frage daraus. Im Abschnitt "Investoren kamen, sahen.... und gingen wieder" wird darauf hingewiesen, daß Ausländer nur Mitarbeiter über die staatlichen Beschäftigungsagenturen unter Vertrag nehmen dürfen.

Gilt das auch für kubanische Kapitalgesellschaften mit ausländischen Eignern?

Ließe sich das in einem Pionierstadium umgehen, etwa durch cuenta propistas?

Gruß Thowi
 
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Antwort #5 - 13. November 2019 um 12:40

Esperanto   Offline
Administrator

Beiträge: 2634
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Um nicht weiter auf die gestellten Fragen einzugehen nur so viel:

Im sozialistischen Kuba gibt es keine Kapitalgesellschaften. Erst recht keine kubanischen. Sollten ausländische Firmen (z.B. im Tourismus) dort tätig sein, dann auf der Grundlage von Joint Venture, also als Gemeinschaftsunternehmen mit dem Staat. In diesen Fällen stellt Kuba das Personal und entlohnt es auch nach deren Maßstäben. Das Gehalt ist nicht für die Bestreitung des Lebensunterhaltes bestimmt, hat eher die Bedeutung von Taschengeld. Will ein Kubaner mehr, dann wird er sich um eine Tätigkeit im Tourismus bemühen. Dort kann er nämlich zusätzlich mit Trinkgeld rechnen.
 

Saludos Esperanto
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Antwort #6 - 17. November 2019 um 20:28

Thowi   Offline
Newbie
Cubalibre

Beiträge: 4
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Hallo Esperanto,

danke. Mit welchem Betrag kommt man als Durchschnittskubaner über die Runden, sprich: wieviel braucht ein Einheimischer um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten?

Ich habe schon einiges dazu gelesen, aber es scheint sich teilweise zu widersprechen.

Danke & Gruß Thowi
 
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Antwort #7 - 18. November 2019 um 11:20

Esperanto   Offline
Administrator

Beiträge: 2634
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Ein Kubaner braucht kein Geld um über die Runden zu kommen, bzw. nicht viel, wenn er sich mit dem dortigen Lebensstandard zufrieden gibt. Er nutzt die ihm zustehende Lebensmittelkarte (Libreta) und das frei verfügbare Wasser. Nimmt sein gesetzliches Wohnrecht in dem Haus wahr, in dem er geboren wurde. Nebenkosten wie Strom sind gering und mit ein paar Centavos abgegolten, sollten diese über den Zähler laufen. Eine Heizung und warme Kleidung braucht er eh nicht.

Ansonsten versucht er mit Illegalem sein Dasein zu verbessern, wobei ihm der karibische Pragmatismus entgegenkommt, allerdings auch der Willkür staatlicher Macht ausliefert.
 

Saludos Esperanto
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